Handschuhe vergessen

Handschuhe vergessen1

Es ist schon kalt draußen. Aber wenn sich Andreas warm anzieht, kann er trotzdem noch zum Fußball. Die dicken Socken hat er schon an und auch die lange Jogginghose, aber wo sind bloß die Handschuhe? Er sucht jetzt schon ein halbe Stunde und kann sie einfach nicht finden. In fünf Minuten wollen sich seine Freunde mit ihm im Park treffen. Da geht auch schon die Wohnungstür auf. Das kann Andreas nun gar nicht gebrauchen. „Na, du hast dich aber schick gemacht!“, sagt seine Mutter im Flur und starrt auf die durchwühlte Schublade. „Wenn du deine Handschuhe suchst, die sind oben in dem Schrank, da wo auch deine Mützen sind. Deine Ohren solltest du auch schützen bei dem Wind. Wenn das schon alles sein muss.“ So eine Mutter kann ganz praktisch sein, denkt sich Andreas, wenn sie nur nicht immer so neugierig wäre. Er rennt die Treppe hoch, reißt den großen Holzschrank auf und greift rein. Nachdem er endlich fertig ist, schwingt er sich auf das Fahrrad und fährt los. Bis zum Park braucht er immer fünfzehn Minuten.

„Hey Andi, super, dass du auch noch kommst!“, ruft ihm Tanja schon weitem zu. Tanja ist neu in der Stadt. Aber nachdem sie letzte Woche fast alle Bälle festgehalten hat, soll sie ab jetzt immer im Tor stehen. „Warum habt ihr noch nicht angefangen?“, begrüßt Andreas die Mitspielerin, „ich meine, danke, dass ihr gewartet habt.“ Dann erzählt ihm Tanja, dass sie natürlich erst mal auf ihn gewartet haben, aber leider hat sie ihre Torwartausrüstung zuhause liegen gelassen und die anderen sind total sauer und wenn Timo das gewusst hätte, dann hätte er seine große Tasche mitgenommen, wo alles reinpasst, hätte er gesagt und dass er sie wohl doch nicht mehr ins Tor lässt, sagt Tanja. Und dass ihr das ja auch voll leid tut, wenn sie nicht spielen können, ohne irgendwas an den Händen geht es ja aber auch nicht. Und dann sagt sie erst einmal nichts mehr und wartet schon wieder. Aber als Andreas sieht, wo Tanja hinsieht, kriegt er dann endlich mal den Mund auf: „Na gut, bitteschön, ist bestimmt besser als nichts.“

Dass die anderen lachen, stört Andreas nicht. Sie bedankt sich eben ein wenig überschwänglich, denkt er sich und schnürt die Schuhe noch etwas fester. Bevor es losgeht, hüpft und springt er ein bisschen und klatscht sich dabei in die Hände. Wenn er viel läuft, wird es ihm schon warm genug werden.

  1. Zielgruppe: 6. – 8. Klasse ;D [zurück]
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